irgendwoanders. Teil I




KünstlerInnen

Thorsten Bihegue, Anna Schlieben und Frank Sippach, Anna Hertling, Antje Knapp, Sonya Schönberger, Barbara Lutz, Tobi, Katharina Nawarotzky, Sharon Paz, Das Türkisch-Deutsche Theater (TDT), Turbo Pascal





Thorsten Bihegue

Lecture Performance zum Thema: Parallelgesellschaft
20.02.2005, 16h


Die Frage: Wie ist es möglich, dass sich innerhalb unseres globalen Dorfes eine Gesellschaft zur anderen parallel verhält, das heißt keinen Schnittpunkt aufweist? Politiker und Journalisten, die in jüngster Zeit das krisenerschütterte deutsche Volk mit diesem Begriff konfrontiert haben, scheinen die hiesigen kulturellen Schnittpunkte vor lauter Parallelen nicht mehr zu sehen. Die Vision: Ein heilloses Nebeneinander von Parallelgesellschaften nicht nur zwischen emanzipierten Muslimen und säkularisierten Christen, sondern auch zwischen Autofahrern und Fahrradfahrern, zwischen alt und jung, Männern und Frauen, großen, langen und kleinen, dicken Leuten... Wir hatten uns schon fast an das kulturelle Durcheinander unserer postindustriellen Gesellschaft gewöhnt, da wächst die Erkenntnis, alles sei ein Nebeneinander.

Der Redner Thorsten Bihegue wird seinem Publikum den Unterschied zwischen Neben und Durch erklären.
--
Thorsten Bihegue,
1974 geboren im Pott, Oberhausen
> als Schauspieler, Regisseur und Performer tätig
> hat das Theater Howei mit Schauspielern mit geistiger Behinderung und Studenten für zwei Jahre geleitet
Kontakt: bertbihegue[at]gmx.de





Anna Schlieben und Frank Sippach

ADAMA - Land
Dokumentarfilm in Israel im Februar 2004 (Mini-DV, 36 min)


Eine Annäherung an den Begriff der Heimat und der Versuch die Liebe eines Volkes zu ‚seinem’ Land zu verstehen.

So fremd uns (als Deutsche) die Liebe zum eigenen Land ist, so fasziniert sind wir von ihr und ihren Konsequenzen im Alltagsleben. Wie lange kann die Liebe allen hassenswerten Umständen trotzen? Wofür engagieren und wogegen kämpfen?

Verschiedene Facetten und Personen unterschiedlichster Meinung in Tel Aviv und Umgebung finden eine Plattform, so z.B. auch die Frage nach der Rolle des Militärs im Kontext von Heimat, Patriotismus und Verantwortung für das eigene Land. Jetzt gibt es die ersten Wehrdienstverweigerer in Israel. In welcher Beziehung stehen sie zu ihrem Land?
--
Anna Schlieben,
geboren 1981 in Frankfurt/Main
seit 2002
Studentin der Kunsthochschule für Medien (Khm), Köln, Fächergruppe: Film/Fernsehen
2003
!NSIGHT SEEING - Performance, U-Bahn, Köln
Videoinstallation, "Altitude 03", Khm, Köln
"p.control" - Performance, "Beyond Media", Florenz, Italien
2004
"p.control" - Installation, Kunstverein Tromsø, Norwegen
"p.control" - Performance, Video, Transmediale 2004, Berlin
ADAMA - Dokumentarfilm in Israel, "Altitude 04", Khm, Köln
WASSER - Reportage in Indonesien im Auftrag des DAAD

Frank Sippach,
geboren 1976
bis 2002 freier Fotoassistent und Screendisigner in Stuttgart
seit 2002 Student an der Kunsthochschule für Medien, Köln, Fächergruppe: Mediengestaltung

Kontakt: annaschlieben[at]hotmail.com / elektrostar[at]gmx.net




Anna Hertling

,Komm zurück nach Haus!'
Performance/Installation
17.02.2005 ab 19h

Die Performance/Installation thematisiert in einer Art Skizze verschiedene Klischees und Rollenzuweisungen, die im Zusammenhang mit Heimat als identitätsbildend verstanden werden können. Dabei wird das Thema Heimat auf verschiedenen Ebenen behandelt und zum Teil symbolisch übersetzt. Ausschlaggebend für diese Performance waren meine Erlebnisse während zahlreicher Auslandsaufenthalte, bei welchen ich mich immer wieder mit Klischees und Vorurteilen konfrontiert sah. Aber auch die Vorstellungen und Ansprüche im eigenen Land spielen eine Rolle. Dabei geht es nicht darum alle Klischees abzuwehren, sondern unter der Oberfläche das herauszuziehen, was man als landesspezifisch innerhalb seiner eigenen Identität herausfiltern und akzeptieren kann.

Zentrale Fragen sind dabei: Wie sehe ich meine Heimat und wie sieht sie mich? Über welche Faktoren konstituiert sich mein ‚heimatliches Identitätsbild’?
--
Anna Hertling,
geboren 1978
seit 1999 Studium der Kulturwissenschaften und Ästhetischen Praxis in Hildesheim (Hauptfach Theater)
2003/04 Studium an der San Francisco State University
2004 Bachelor of Arts (BA Hons Theatre) am Dartington College of Arts

Wie viele andere Deutsche auch, bin ich schon immer viel gereist und war zum Beispiel als AuPair für über ein Jahr in Chicago. Besonders bei längeren Auslandsaufenthalten kam es immer wieder dazu, dass ich meine eigene nationale Identität in Frage stellte. Während ich anfangs versucht habe, möglichst lange zu verschweigen dass ich aus Deutschland komme, bin ich heute, was gewisse Aspekte betrifft, sogar ein wenig stolz. Schließlich hat Deutschland ein wenig mehr zu bieten als nur Sauerkraut und Wurst, auch wenn es auf den ersten Blick oft nicht so scheint. Auf jeden Fall gibt es eine Menge Eigenschaften, die ich als typisch Deutsch bezeichnen würde und die ich gar nicht mal so unsympathisch finde. Zumindest macht es mir nicht mehr so viel aus, wenn meine ausländischen Freunde zu mir sagen „Sei nicht so Deutsch!" Die Auseinandersetzung mit der eigenen Heimat findet erst in der Fremde richtig statt und wird auch erst dann von besonderer Bedeutung für die eigene Identität.

Kontakt: anna_hertling[at]yahoo.de




Antje Knapp

Gelée Royale DER STAAT BIN ICH
Dokumentarfilm-Essay (DigiBeta, 63 min., 2004)

1.Gelée Royale ist die Bezeichnung des Futtersaftes für die Bienenkönigin. Zur Königin wird eine Larve nur durch die Fütterung mit Gelée Royale, das heißt anders gesagt, der Unterschied zwischen Arbeiterinnen und Königin besteht nur in einem Nahrungsmittel. Es ist der Stoff aus dem Königinnen sind.
2.Wie schon Ludwig XIV sagte "L´état c´est moi".
Synopsis: Wohnzimmer, Schlösser, künstliche Inseln: auf Staatsbesuch in Kleinst-Staaten, konzipiert und errichtet aus Rebellion oder purem Vergnügen, als ernsthafte Lebensform oder Zwischenlösung. Was ist das, ein Staat? Der Film folgt den einzelnen Staatengründern auf ihre Reise in ein fernes Land ohne die Landesgrenzen zu überschreiten. Wohin emigrieren sie? Selbsternannte Monarchen und Präsidenten berichten aus dem politischen Alltag ihrer Wohnzimmerautonomien. Und wer weiß, vielleicht ist Utopia schon mitten unter uns.

Mit: Dem Präsidenten der Koptisch-Pharaonischen Exilregierung, den Schöpfern der Königreiche Dyonien und Pelarien, dem Verwalter von Ausland-Miland, dem Großkaiser des Heiligen Georgianischen Reiches, Bürgern des Freistaats Christiania, dem Prinz der Principality of Sealand und Angestellten der Bundesrepublik Deutschland.

Buch, Regie, Ton: Antje Knapp
Kamera: Steph Ketelhut
2. Kamera: Eike Schweikhardt
Schnitt: Fabienne Westhoff
Produktionsleitung: Lucas Meyer-Hentschel
Sounddesign, Tonmischung: Judith Nordbrock
Titel: Boris Tschernach
Grafik: Tanja Knapp

Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln, Peter-Welter-Platz 2, 50676 Köln, Ute Dilger, Tel.: 0221-20189-330, dilger[at]khm.de, www.khm.de
--
Antje Knapp,
geboren 1976 in Brüssel/Belgien
1996-99 Ausbildung zur Holzbildhauerin in Oberammergau, Abschluss mit Gesellenbrief. Während dieser Zeit mehrere Ausstellungen, Bildhauer-Symposien und Mitbegründung der Galerie Aigenart
1999-2004 Studium an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln, zunächst in der Fächergruppe Medienkunst, anschließend Wechsel zu Film/ Fernsehen.
Juli 2004 Diplom
--
Filmografie

2002 SIBIRIEN SUCHEN
Kurzspielfilm, 16mm, 2´30min (Buch, Regie, Schnitt)
Museum Ludwig, Lange Nacht der Museen, Köln 2003

2002 GROUNDED.
experimenteller Dokumentarfilm, 16mm, 5min (Buch, Regie, Schnitt)
"Videocaravaan",Medienkunstfestival Dordrecht 2003

2002 DIE KATZE IM SACK
Dokumentarfilm, DV, 4´30min (Buch, Regie, Kamera, Schnitt)
Videocaravaan Dordrecht 2003,
Filmfest Emden 2003

2003 NIGHTLINER
Dokumentarfilm, DVCAM, 47 min. (Buch, Regie, Ton)
Galerie Royal, München 2004

2004 GELÉE ROYALE - DER STAAT BIN ICH
Dokumentarfilm - Essay, Digi Beta, 63 min (Buch, Regie, Ton)
gefördert von der Filmstiftung NRW
Städtische Galerie Nordhorn, 2004, Filmschau Baden-Württemberg, 2004, Selected Market of Festival, International des Programmes Audiovisuelles FIPA, Biarritz, 2005

Kontakt: antjeknapp[at]khm.de




Sonya Schönberger

The Heimatseries
1 das deutsche Maderl (,duits Brood' auf Papier, ca.15 x 17 cm, 2004)
3 die Interviews (Video (work in progress) 18 min, 2005)

Max Frisch stellt in seinem Fragebogen IX die Fragen:
12. Wieviel Heimat brauchen Sie?
24. Können Sie sich überhaupt ohne Heimat denken?

Seit ich denken kann, war ich immer von einem unbestimmten Gefühl von Fernweh ergriffen. Dass ich nicht in dem kleinen Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, bleiben würde, war mir früh bewusst. Neugier und auch eine Art Abscheu vor der Enge des Provinzlebens haben mich immer wieder in die Ferne getrieben. Nach all den Jahren des Herumziehens, des immer wieder neu-ankommen-wollens, des ständigen sich-verabschiedens, der Eröffnung vieler neuer Perspektiven und des nicht-wissen-wohin, bin ich nun an einem Punkt der Rekapitulation angelangt. Was bedeutet der Begriff Heimat für mich? Was bedeutet er überhaupt für die Menschen, für die Deutschen im Speziellen? Mit den Heimatseries habe ich mich auf eine Suche begeben, eine künstlerische Suche. So bin ich dabei, meine Vergangenheit zu durchleuchten, jedenfalls die Erinnerung, die mir davon geblieben ist. Erinnerung ist ein großer Teil der Heimat und sie ist unglaublich individuell. Mit meiner Interviewserie zum Thema Heimat und Deutschsein beziehe ich nun die Meinungen und Erinnerungen der Menschen, die mich umgeben und auf die ich stoße mit ein. Es scheint sich eine bunte Collage zu ergeben, die erstaunliche Gemeinsamkeiten und doch auch sehr unterschiedliche Blicke auf das Leben erkennen lässt. Die Interviews sind ein Langzeitprojekt, in das ich mit einem kleinen Videozusammenschnitt Einblick geben möchte.

The Heimatseries ist eine Reihe von Arbeiten mit den unterschiedlichsten Medien zum Thema Heimat, sehr persönlich und doch auch allgemein betrachtet.

1 das deutsche Maderl (‚duits Brood' auf Papier)
2 (Nähe), (Video, 3')
3 die Interviews (Video, work in progress)
4 der Garten (6 Zeichnungen, Bleistift und Tinte auf Papier)
5 ...bisher ohne Titel (15 schwarz-weiss Photographien)
6 mein Herz schlägt deutsch (Textildruck)

--
Sonya Schönberger,
geboren 1975 in Dernbach
Lebt und arbeitet in Amsterdam und Zürich

Studium der Ethnolgie und Philosophie in Berlin und Zürich
Mitglied der Gruppe Autoditaktischer Fotografen in Zürich
Gründung der freien Theatergruppe pol.theater mit Patrick Boltshauser
Kollaboration an der Dokumentation "Langs de lijn" mit Jeanne van Heeswijk in Rotterdam für die 50. Biennale von Venedig
Teilnahme am Performancefestival WADE in Toronto
Studium an der Rietveld Academie in Amsterdam

Kontakt: chester75[at]gmx.ch




Barbara Lutz

fremd & eigen - Portugiesische Vereinskultur in Hamburg
Auszug aus dem Bildband fremd & eigen (C prints, 21 cm x 19, 8 cm (hoch & quer) 2004)

Begegnungen mit dem Fremden sind uns vertraut, auch wenn wir den Anderen dabei häufig als nicht-vertraut wahrnehmen. Doch es sind weniger die fremden, als vielmehr die eigenen Wirklichkeitsvorstellungen und Verhaltensweisen, die eine Begegnung mit dem Anderen so reizvoll, aber auch so schwierig machen.

Was nehme ich wahr und wie werde ich wahrgenommen, wenn ich mich außerhalb meines eigenen vertrauten Bereiches bewege und über die Türschwelle in einen angrenzenden Lebensraum vordringe, der anderen gehört und mir Fremdes, aber auch Bekanntes aufweist? Wie erlebe ich das Zusammentreffen mit einer mir nicht vertrauten Kultur, einer fremden Sprache und ungewohnten Umgangsweisen? Wie gestaltet sich das Leben von Menschen portugiesischer Herkunft im unspektakulären Alltag Deutschlands, hinter der Kulisse portugiesischer Vereinsheime und Klubhäuser, innerhalb eines gemeinschaftlichen Freiraums?

Sowohl im Stadtbild als auch in der Gesellschaft Hamburgs ist ein portugiesischer Einfluß zu beobachten. Im Vergleich zu anderen deutschen Bundesländern weist die portugiesische Bevölkerung in Hamburg mit etwa 10 000 registrierten Staatsbürgern die größte Dichte auf. Mitte der 60er und Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden portugiesische Bürger vom deutschen Staat als vertraglich gebundene Arbeitskräfte angeworben und trugen nach ihrer Einwanderung zum Wiederaufbau der BRD in der Nachkriegszeit bei. Ihre Anwesenheit in Deutschland wurde damals sowohl von der Mehrheit der "Gäste" als auch von den "Gastgebern" als befristet geplant und so kehrten einige in den 80er Jahren in ihre Heimat zurück, andere aber blieben.

Heutzutage leben Menschen portugiesischer Herkunft mit ihren Familien bereits seit drei Generationen als ständige Mitglieder in der deutschen Gesellschaft, und dennoch besitzen sie aufgrund unserer gesellschaftlichen Beziehungsstruktur den Status der "Fremden".

Die Anwesenheit der Portugiesen und all der Menschen, die sich dieser Bevölkerungsgruppe zugehörig fühlen, tritt an vielen verschiedenen Orten in Hamburg in Erscheinung, so zum Beispiel in Sport-, Kultur- und Freizeitvereinen. Hier verbringen die Menschen aus persönlichem Interesse einen Großteil ihrer Zeit und halten bei gemeinschaftlichen Aktivitäten, Festen und Veranstaltungen die Sprache und die Traditionen ihres Heimatlandes auf vielfältige Weise lebendig.

Mit den Fotografien möchte ich die gesellschaftliche Realität und das aktuelle Leben von Menschen zugänglich machen, das Spuren portugiesischer Kultur und Verwurzelung in der Heimat zeigt. Sie sollen Aufschluss geben über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen ihrer portugiesischen Herkunft und ihrer deutschen Wahlheimat.

Die Fotografie dient mir als Form der Kommunikation, die unabhängig von Sprachbarrieren und Mentalitätsunterschieden verstanden werden kann. Die Blicke der Menschen können dabei als Resultat eines einvernehmlichen Dialogs zwischen Fotografin und Gegenüber verstanden werden. Die beiläufige und unaufdringliche Art der Aufnahmen von Personen, Gegenständen und Situationen will dazu anregen, die gewohnte und selbstverständliche Sicht auf die Umwelt zu überprüfen und in der Begegnung mit Anderen die eigene Position in der Gesellschaft neu zu definieren.

Im Miteinander der Kulturen verschiedener Länder an einem Ort liegt die Chance, mentale und soziale Grenzen zu überschreiten. Dadurch kann die Frage nach der Integration von Menschen einer anderen Nation in Deutschland um eine neue Sichtweise bereichert werden.
--
Barbara Lutz,
geboren 1976 in Pforzheim
1997 - 1998 Haller Akademie der Künste, Schwäbisch Hall
2001 - 2002 Studium an der Escola Superior de Tecnologia, Gestão, Arte e Design in Caldas da Rainha, Portugal
1998 - 2005 Studium Angewandte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim
2003 - 2004 Buchprojekt fremd & eigen

Kontakt: cabalu[at]web.de




Tobi

RECLAIM YOUR CITY!
Ausstellungsraum Andreas-Passage: Reclaim your city, C-Prints, 56 x 78 cm, 2004
Bahnhofsallee 14 neben dem Handygeschäft Bakir International: Reclaim your city, C-Prints, 42 x 56 cm, 2004

Sprühschablonen-Workshop, 19.02.2005, 12-16 Uhr

--
Tobi, vor zwei Jahren der Schule entkommen, seitdem ausgeschlafen und in Freiheit, dokumentiert seit Anfang 2003 Straßenkunst in Berlin und arbeitet mit el focco an einem großen Street Art-Fotoarchiv im Internet (www.reclaimyourcity.de). Ist nebenher selbst künstlerisch tätig.

Kontakt: tomatenbraten[at]gmx.de
Internet: www.reclaimyourcity.de (work in progress)




Katharina Nawarotzky

Strandung
Fotokopie auf Transparent (40,5 x 74 cm (Rahmen: 72 x 102 cm), 2003)

Am neu vorgefundenen Ort. Jeder reagiert auf seine eigene Weise. Die Schemen zeigen es beispielhaft. Gemeinsam oder alleine im erneuten Aufbruch oder schon verharrend. Sich einrichten, beobachten, prüfen, Abstand halten, ausprobieren, vereinnahmen. Irgendwann wird man ankommen, wenn man es will.'
--
Katharina Nawarotzky,
geboren 1981, aufgewachsen in Bonn
1990/91 einjähriger Aufenthalt in Athen
2001 Studium Kunstgeschichte/Europäische Ethnologie/Soziologie in Berlin
Praktika in Ausstellungsmanagement, Katalogredaktion und Bühnenbild
seit 2004 Studentin Kunst auf Lehramt/Grundschule UdK Berlin

Kontakt: knawarotzky[at]gmx.de




Sharon Paz

Did you leave or run away?
Single Channel DVD, 9:35 min, 2004 (Projektion im Hauptbahnhof, täglich 18-21 Uhr)

Kamera: Andreas Harder, Sharon Paz
Tänzer/Choreographen: Davide Camplani, Lisa Densem, Ante Pavic, Sigal Zouk-Harder

Thema des Videos ist die Notwendigkeit oder das Bedürfnis von Migration. Wahlmöglichkeit und Freiheit ziehen Bewegung nach sich. Die Charaktere nehmen verschiedene Haltungen in Bezug auf den Migrationsprozess an. Sie offenbaren ihre Aufregung darüber, den bekannten Ort für einen unbekannten zu verlassen. Es zeigt den Konflikt, der zwischen dem Bedürfnis ein sicheres Zuhause zu haben einerseits, und der Sehnsucht weg zu gehen und frei zu sein andererseits entsteht. Hauptort der Handlung ist ein Bahnsteig im Berliner Ostbahnhof.

"In my work, I examine the ‘fragments of life’ and analyze the patterns of psychological and social behaviour. The motivating force of my work is restlessness, curiosity and reflection. The focus is mainly social, examining ideas of identity and communication. I use subjects and objects from my own surrounding, playing between imagination and reality. In the last three years I mostly created video and installations experimenting with both form and concept, exploring several layers of a subject with various perspectives while changing time and space."
--
Sharon Paz,
geboren 1969 in Israel
1994 B.Sc.Te and teaching diploma in design, Tel-Aviv University, Israel.
1996 Independent Study Program, Beit-Berl College of Art ,Kfar-Saba, Israel.
2000 MFA Studio Program, Hunter College, New York
2001 Skowhegan School of Painting & Sculpture, Skowhegan, ME.

Ausstellungen (Auswahl)
2002
"ArtToy", Gallery Mouri, Ginza, Tokyo, Japan
"Blinder*Codes#1992-2002", Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe, Germany
"Compact/Impact", NYTK, New York, NY
"ArtAttack project", Gwangju Biennale, Gwangju Korea
"No Live Girls", Lusty Lady, San Francisco, California
"Projet/Projo", 303 Studio, Quebec, Canada

2003
"Screen Kiss", Pace Digital Gallery, New York, NY
"Wandering Home", Solo exhibition, Herzlyia Museum of Art, Herzlyia, Israel
"Scope Art Fair", Dylan Hotel, New York, NY

2004
"From inside and outside", ZKMax, Munich, Germany
"Jamaica Flux: Workspace & Windows" Bronco Video Series, Jamaica Center For Arts, Jamaica, NY
"Understanding Cars" Collaboration performance project with "Cultura", Hildesheim, Germany
"New Acquisition", Israel Museum, Jerusalem, Israel
"INNENraeumeAUSSENstaedte", ZKM Medialounge, Karlsruhe, Germany

2005
"How Long", DOCK11, Berlin, Germany

Kontakt: info[at]sharonpaz.com




Das Türkisch-Deutsche Theater (TDT)

Deutsch werden
Performative Instruktion im Ausstellungsraum
18.02.2005, 20h

In Kooperation mit der Ausstellungsgruppe a7 zeigt das TDT die Performance Deutsch werden, die sich mit dem Thema Einbürgerung beschäftigt. Anhand der Erfahrungen der einzelnen Gruppenmitglieder werden die Probleme mit der deutschen Bürokratie auf humorvolle Weise aufgezeigt.

Die künstlerische Arbeit der Gruppe an eigenen Aufführungen oder Performances wie Deutsch werden soll kontinuierlich und intensiv den Austausch zwischen Türken, Deutschen türkischer Herkunft und Deutschen anregen und zur Integration beitragen. Das Theaterspielen als Methode verbindet Menschen auf spielerische Weise miteinander und erprobt unterschiedliche Kommunikationsformen im Prozess. Das Theater bietet die Möglichkeit, sich fernab von Sprachbarrieren, sozialen und kulturellen Disparitäten auszudrücken und fördert somit in höchstem Maße die Demokratie. Zurzeit arbeitet das TDT an seiner Produktion Reingeguckt - Içeri bakti, die am 28. Mai 2005 Premiere haben wird.

Das Türkisch-Deutsche Theater (TDT)

Das TDT ist eine interkulturelle Amateurtheatergruppe, welche sich 1990 aus einer Zusammenarbeit des Studiengangs Kulturpädagogik der Universität Hildesheim und dem Türkischen Volkshaus e.V. in Hildesheim gründete. Anlässlich der brennenden Häuser in Mölln, Hoyerswerda und anderswo wollte die Gruppe einen Raum schaffen, um künstlerisch „über das Verhältnis von Einheimischen und Fremden" nachzudenken (Sebastian Nübling, Gründer des TDT, 1990).

Kontakt: belle.isa[at]web.de/ doerte-finke[at]web.de


Turbo Pascal

Turbo Pascal trinkt. 1. Versuch
19. 02.2005, ab 17h , Ende offen

Turbo Pascal lädt ein zu einer geselligen Runde bei Bier und Butterbrot. Man spricht über schöne und unschöne Abschiede, über die Frage, ob Biografie Geografie ist und darüber, wer in dieser Runde schon einmal Auswanderung erwogen hat.

Was ist ein schöner und was ist ein unschöner Abschied? Ist es gefährlich, ständig von einem anderen Leben zu träumen? Soll ich mich betrinken? Warum sind plötzlich alle so nett? Kann mir jemand ein Butterbrot schmieren, bitte? Was ist besser, Städte oder Menschen kennen zu lernen? Wie heißt die Hauptstadt von Hessen? Glaubt ihr an die Kleinfamilie? Kann hier jemand zaubern? Muss sich etwas ändern? Fühlst du dich wohl? Bist du sicher?

Turbo Pascal arbeitet seit 2004 kollektiv im Bereich Theater/Performance.

Die erste Produktion Archiv eines Irrfahrers/Eigene Dateien entstand für das Projektsemester Antike intermedial der Universität Hildesheim und für das Rahmenprogramm RePublicAction des Festivals theaterformen 2004 in Hannover.

Das Archiv eines Irrfahrers ist ein Projekt zur systematischen Erfassung, Betreuung und Speicherung von biografischen Fragmenten nach dem Prinzip "biography is geography". Es ist über eine Dauer von mehreren Stunden geöffnet. Jeder Besucher wird individuell betreut und kann eigene Dateien in den Archivbestand einspeisen.

Turbo Pascal sind Studierende und Absolventen der Kulturwissenschaften/Theater in Hildesheim: Maria Böhling, Angela Löer, Veit Merkle, Luis Pfeiffer, Eva Plischke, Camilla Schlie, Frank Oberhäußer

Kontakt: evsken[at]gmx.de
Internet: turbopascaltheater