Anna Hertling
,Komm zurück nach Haus!'
Performance/Installation, 17.02.2005 ab 19h
Die Performance/Installation thematisiert in einer Art Skizze verschiedene Klischees und Rollenzuweisungen, die im Zusammenhang mit Heimat als identitätsbildend verstanden werden können. Dabei wird das Thema Heimat auf verschiedenen Ebenen behandelt und zum Teil symbolisch übersetzt. Ausschlaggebend für diese Performance waren meine Erlebnisse während zahlreicher Auslandsaufenthalte, bei welchen ich mich immer wieder mit Klischees und Vorurteilen konfrontiert sah. Aber auch die Vorstellungen und Ansprüche im eigenen Land spielen eine Rolle. Dabei geht es nicht darum alle Klischees abzuwehren, sondern unter der Oberfläche das herauszuziehen, was man als landesspezifisch innerhalb seiner eigenen Identität herausfiltern und akzeptieren kann.
Zentrale Fragen sind dabei: Wie sehe ich meine Heimat und wie sieht sie mich? Über welche Faktoren konstituiert sich mein "heimatliches Identitätsbild"?
Anna Hertling, geboren 1978
seit 1999
Studium der Kulturwissenschaften und Ästhetischen Praxis in Hildesheim (Hauptfach Theater)
2003 / 04
Studium an der San Francisco State University Praktikum am Australian Centre for Photography, Australien
2004
Bachelor of Arts (BA Hons Theatre) am Dartington College of Arts
Wie viele andere Deutsche auch, bin ich schon immer viel gereist und war zum Beispiel als AuPair für über ein Jahr in Chicago. Besonders bei längeren Auslandsaufenthalten kam es immer wieder dazu, dass ich meine eigene nationale Identität in Frage stellte. Während ich anfangs versucht habe, möglichst lange zu verschweigen dass ich aus Deutschland komme, bin ich heute, was gewisse Aspekte betrifft, sogar ein wenig stolz. Schließlich hat Deutschland ein wenig mehr zu bieten als nur Sauerkraut und Wurst, auch wenn es auf den ersten Blick oft nicht so scheint. Auf jeden Fall gibt es eine Menge Eigenschaften, die ich als typisch Deutsch bezeichnen würde und die ich gar nicht mal so unsympathisch finde. Zumindest macht es mir nicht mehr so viel aus, wenn meine ausländischen Freunde zu mir sagen "Sei nicht so Deutsch!" Die Auseinandersetzung mit der eigenen Heimat findet erst in der Fremde richtig statt und wird auch erst dann von besonderer Bedeutung für die eigene Identität.
Kontakt: anna_hertling@yahoo.de
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